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Heilbrunn - Hojná Voda

Heilbrunn ist die am höchsten gelegene Pfarrei, die von der Familie Mariens von Gratzen aus verwaltet wird. Die Wallfahrts- und Pfarrkirche der hl. Anna wurde leider in den 60er Jahren des 20. Jh. niedergerissen. Nur noch das Pfarrhaus blieb erhalten.

Heilbrunn befindet sich 7 km südwestlich von Gratzen im Bergland in 790 m Höhe und gehört zum Ort Strobnitz. Im Jahr 1564 wurde hier eine Heilquelle entdeckt, und der Ort wurde nach seinem Besitzer Wilhelm von Rosenberg „Vilémova hora“, Wilhelmsberg, genannt. Im 16. und 17. Jh. wurde Heilbrunn zum Kurort, der dann 1653 zur Stadt erhoben wurde. Im Jahr 1698 begannen die ersten Pilger die Quelle von Brünnl zu besuchen. František Palacký gab diesem Ort den tschechischen Namen „Hojná Voda“, „Heilendes Wasser“.

In den Jahren 1945-1946 wurden die deutschen Einwohner ausgesiedelt, und es ließen sich heimkehrende slowakische Emigranten aus Ungarn und Rumänien hier nieder. In den Jahren 1950-1957 lag diese Region im verbotenen Grenzgebiet. Im Jahr 1890 zählte der Ort insgesamt 561 Einwohner, vor allem Deutsche; 1921 waren 545 Einwohner registriert, davon 89% Deutsche.

Einer Legende nach befand sich hier bereits seit den Anfängen des Christentums eine Kapelle. Ein Holzfäller hatte sich schwer verletzt und zu Gott um Hilfe gebetet. Auf einer Rotbuche erschien ihm daraufhin die hl. Anna, und am Fuße des Baumes fand der Verletzte eine Quelle. Er wusch sich mit dem Quellwasser und wurde geheilt. Die Nachricht seiner raschen Genesung verbreitete sich, und als am selben Ort auch ein Blinder das Augenlicht erhielt, erbaute man 1564 eine Kapelle. Im Jahr 1598 war sie bereits durch eine Kirche ersetzt, die Wilhelm von Rosenberg errichten lassen hatte.

Das Patrozinium wurde ursprünglich am Fest der Heiligsten Dreifaltigkeit gefeiert. Unter Gräfin Maria Magdalena von Buquoy wurde die Kirche der hl. Anna geweiht und 1691 zur Pfarrkirche erhoben.

Diese Kirche bestand aus dem Hauptschiff und einem dreiteiligen Presbyterium; die Sakristei befand sich auf der nördlichen Seite. Im Gegensatz zum Kirchenschiff mit Tonnengewölbe hatte das Presbyterium ein Spiegelgewölbe. Ein Bild der hl. Anna zierte den Hauptaltar und war zu beiden Seiten eingerahmt von Statuen des hl. Josef und des hl. Antonius von Padua. Weitere Statuen der hll. Andreas und Jakobus befanden sich neben den Gittertüren des Altars. Dieser Seitenaltar war dem hl. Johannes Nepomuk geweiht.

Der Annaaltar entstand im Jahr 1680. Der Hauptaltar war der Heiligsten Dreifaltigkeit geweiht, der Seitenaltar an der Epistelseite wurde zum besagten Annaaltar. Gegenüberliegend befand sich der Altar des hl. Johannes Nepomuk und auch eine Grotte mit einer liegenden Wachsfigur der hl. Rosalia.

Zu Beginn betreute eine Bruderschaft der hl. Anna die Kirche, im Jahr 1708 wurde die gemeinsame Pfarrei Hojná Voda - Brünnl errichtet.

Bis zum Jahr 1712 war der Pfarrer in Hojná Voda wohnhaft, das oft von Gläubigen besucht wurde, die nach Brünnl pilgerten. Der Zisterzienserpater Placidus Windhager war der letzte Pfarrer in Hojná Voda. Zusammen mit den deutschen Einwohnern wurde er schließlich ausgesiedelt. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es zur gänzlichen geistigen Verarmung dieses Gebietes, die Kirche verfiel und wurde schließlich 1963 niedergerissen. An ihrer Stelle steht heute das Haus Nr. 117. Nur das Pfarrhaus und der Kirchturm blieben erhalten, außerdem eine Statue des hl. Linhart. Der Quellbrunnen bei der hl. Anna existiert bis heute und befindet sich neben bei der Pension „Pod kaštany“ hinter einer Kapelle.

(Černý, J., Poutní místa Českobudějovicka a Novohradska , Veduta, České Budějovice: 2004, ISBN 80-86829-03-0)