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Jetzkobrunn (Údolí u Nových Hradů)

In einem Weiler des Dorfes Údolí bei Gratzen, nahe der Staatsgrenze zu Niederösterreich, liegt ein kleines Tal namens Jetzkobrunn. Gegenüber einer Passionssäule bei der Quelle berfindet sich das Geburtshaus von P. Bonfilius Wagner, des letzten Priors des Servitenklosters in Gratzen. Das Wort „Jetzko“ bedeutet im örtlichen Dialekt „warm“, „stark“ oder „heilend“. Demnach steht dieser kleine Wallfahrtsort im Zusammenhang mit einer Heilwasserquelle.

Ursprünglich war hier eine spätgotische Kapelle. Zur Zeit Kaiser Josefs II. wurde im Jahr 1790 an ihrer Stelle eine andere Kapelle erbaut, was in jener Zeit sehr selten geschah. Als in der Kapelle eine Quelle unter dem Altar hervorsprudelte, strömten Pilger nicht nur aus Tschechien, sondern auch aus Niederösterreich herbei. Georg Graf von Buquoy ließ 1875 die Kapelle restaurieren. Eine barocke Holzstatue der Immaculata zierte den Altarraum, vier kleine Barockengel schmückten die Seitenwände.

Besonders gern benetzten Pilger in der Kapelle ihre Augen mit dem Quellwasser, um von Augenkrankheiten geheilt zu werden. Auch aus Gratzen kamen noch im 20. Jh. alljährlich Pilger in einer Prozession. Jetzkobrunn diente auch als Pilgerrastplatz für jene, die über Strobnitz weiter nach Brünnl pilgerten.

Nach der Aussiedelung der deutschen Dorfbewohner im Jahr 1945 verkam dieser Ort, und die Kapelle wurde später abgerissen. Die Immaculatastatue, die auf der Kapelle gestanden hatte, befand sich einige Zeit in der Marienkapelle in Údolí bei Gratzen und später in Brünnl. Heute erinnert nur noch eine Passionssäule aus Holz an die ehemalige Kapelle. Die immer noch bestehende Heilquelle liegt geschützt in einem kleinen Häuschen mit Holzdach.

(Černý, J., Poutní místa Českobudějovicka a Novohradska, Veduta, České Budějovice: 2004, ISBN 80-86829-03-0)